Obwohl die Bergamotte auf internationaler Ebene vor allem für ihre Verwendung als ätherisches Öl in der Herstellung der besten Parfüms bekannt ist, kann sich die Frucht auch einer illustren gastronomischen Tradition rühmen, wie beispielsweise das Menü “magro” (schlank), das im April 1538 Kaiser Karl V angeboten wurde, als er auf seiner Reise durch Rom bei Kardinal Lorenzo Campeggi zu Gast war. Das Festmahl bestand aus über 200 herzhaften und süßen Speisen; letztere umfassten gute 6 Pfund Bergamotte-Konfekt, das vom Koch Bartolomeo Scappi in aufwändiger Handarbeit zubereitet worden war und unter den Gästen Furore machte. Trotz ihrer vielen hervorragenden Eigenschaf- ten musste die Bergamotte eine Reihe pseudowissenschaftlicher Vorurteile bekämpfen, die ihre gastronomische Verbreitung, selbst im Gebiet von Reggio, behinderten. Die Vorurteile betrafen eigentlich die Zitrone, die, wie auch die Bergamotte, sehr bitter und sauer schmeckt. Erfreulicherweise gab es hin und wieder Ausnahmen, und die Bergamotte wurde dazu verwendet, um Süßspeisen und Kuchen mit einer erlesenen Note zu aromatisieren.

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